Hauch der Geschichte: Bauforschung in der Commende Waldbreitbach

Rund acht Jahrhunderte haben aus der Commende Waldbreitbach ein faszinierendes Objekt für die Bauforschung gemacht. So ließ sich beispielsweise ermitteln, welches die ältesten Gebäudeteile sind: Es handelt sich um die Fundamentreste, die sich in Ost-West-Richtung erstrecken und die auf Höhe der heutigen Westfassade abgebrochen wurden. Möglicherweise ein Hinweis darauf, dass das Gebäude ursprünglich in Ost-West-Ausrichtung erstellt wurde.

Zwei Treppenaufgänge, auf die man zwischen den Fundamentresten stieß, lassen auf mehrere bauliche Veränderungen schließen. Vermutlich wurde einer von ihnen einst zugunsten des anderen aufgegeben.

Ein weiterer interessanter Fund: der große Kellerraum mit Nord-Süd-Ausrichtung. Er ist eindeutig jünger als die Fundamentreste, jedoch älter als 500 Jahre, und wurde zunächst ohne Gewölbe errichtet. Vor rund 500 Jahren entstand in diesem großen Keller dann ein 12 bis 15 Meter langes und rund 6 Meter breites Gewölbe. Von ihm sind heute noch etwa 10 Meter erhalten.

Vermutlich jünger als 500 Jahre ist der später errichtete Anbau an der Nordwestecke, der ein Stichgewölbe und einen Treppenaufgang enthält.

An der Nordwestecke des Gebäudes entdeckte man im Erdgeschossaufbau Außenputzreste mit Fresken aus der Renaissance-Zeit. Sie wurden vermutlich um 1600 angebracht. Offenbar sind im heutigen Frühbarockbau nicht nur Kellerteile, sondern auch oberirdische Gebäudeteile aufgegangen.

Zusammenfassung der Ergebnisse zum herunterladen (PowerPoint 4,9 MB)
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